Der Unfall

Die Sonne ging unter, bevor es Abend wurde…

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Am Sonntag Mittag saß die Familie noch zusammen am Mittagstisch. Um 13 Uhr fuhr dann Kristina wieder nach München. Noch einmal knuddeln…bis zum nächsten Mal. Um 14 Uhr wollte Michie mit seinen Freunden Fuchsi, Robert und Denny zum Baden nach Großörner fahren. Die Jungs sind mit dem Auto vorneweg gefahren und Michie mit dem Motorrad hinterher. Kurz vor Leimbach kam ein älterer Autofahrer, der aus der entgegengesetzten Richtung kam, auf die Gegenfahrbahn und rammte den Spiegel des Autos, welches vor den Jungs fuhr. Danach raste dieser Fahrer auf Michies Freunde zu. Sie konnten glücklicherweise ausweichen. Jedoch Michie hatte keine Chance dem Fahrer zu entkommen und wurde frontal von ihm gerammt. Die Jungs sprangen sofort aus dem Auto. Michie rief sie zu sich. Er hatte starke Schmerzen, denn er hat durch den Aufprall des Autos sein linkes Bein verloren. Die Jungs handelten wie kleine Helden, eigentlich sind sie kleine Helden. Sie haben sofort die erste Notversorgung von Michie unternommen. Denny hat sein Bein abgebunden und Fuchsi hat Michies Eltern informiert. Diese waren auch sofort da. Leider lag er da schon im Krankenwagen, intubiert und ins künstliche Koma versetzt. Papa hat ihn noch mit in den Hubschrauber gehoben, welcher Michie dann nach Halle in die Uniklinik flog. Christin kam dann auch zum Unfallort und fuhr mit den Eltern nach Halle. Dort konnten sie nicht viel machen, denn Michie hatte eine 6-stündige Not-OP vor sich. Also fuhren alle wieder heim und warteten auf den entlastenden Anruf. Er kam, aber Michie schwebte in Lebensgefahr. Am folgenden Tag fuhren die Eltern und Christin gemeinsam in die Uniklinik auf die Intensivstation. Michie lag immer noch im künstlichen Koma, damit er nichts von den Schmerzen mitbekommt. Sein Bein war wieder dran. Jedoch hatten die inneren Organe diverse Schäden davon getragen. Nun gingen die bis dahin schlimmsten Tage in unser aller Leben los. Bangen, hoffen, warten. Immer wieder schlechte Nachrichten. Jeden Tag verbrachten Mama, Papa und Christin die gesamte Besuchszeit an seinem Bett und redeten auf ihn ein. Familie und Freunde waren krank vor Sorge. Am Donnerstag kam dann von dem Ärzteteam die erste gute Nachricht. Sie wollten ihn zum Wochenende hin aufwachen lassen. Wir waren so glücklich. Kristina fuhr dann Freitag direkt von München aus mit in die Klinik. Erst waren Christin und Papa drin bei ihm, dann kam Papa raus und Kristina ging rein, dann kam Mama. Sein Kind, seinen Bruder und seinen Lebenspartner so zu sehen tut in der Seele weh und wir haben alle einfach nur gehofft, dass er bald aufwacht und uns einen lustigen Spruch um die Ohren haut. Dazu kam es leider nicht, denn am nächsten Morgen kam halb 7 der Anruf, dass Michie es nicht geschafft hat….Wir fuhren mit Christin in die Klinik, um ihn zu sehen, um es wahr haben zu können, ihn zu halten…Doch es war nicht mehr Michie, sondern eine leblose Hülle von Michies Körper die vor uns lag. Seitdem steht die Zeit still…Wir möchten hier an dieser Stelle nochmal allen danke, vorallem seinen lieben Freunden. Wir sind immer für Euch da und wir hoffen, dass wir auch weiterhin in Kontakt bleiben werden. Ihr seid immer herzlich willkommen bei uns.

 

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